Mit Brassador klang der Tag beschwingt aus
Konzert Blechbläserquintett faszinierte die Zuhörer in Holler
Hornistin Kathrin Szasz absolviert ein Heimspiel
Holler. Die Orgel blieb stumm in der Kirche St. Margaretha in Holler. Stattdessen erfüllten Bläserklänge am Sonntagabend das Gotteshaus. Das Ensemble Brassador mit Kathrin Szasz, die als Profi- Hornistin erstmal in ihrem Heimatort gastierte, machte dabei seinem Namen "goldenes Blech" (frei übersetzt) alle Ehre. Die Kirchenbänke waren gut besetzt, als die ersten Töne des Quintetts erschallten. Schnell hatten die Musiker die Zuhörer auf ihrer Seite, die mit stehendem Applaus zum Schluss den beeindruckenden Auftritt quittierten.
Werke von Johann Sebastian Bach standen im Mittelpunkt des klassischen Teiles zu Beginn. Das "Italienische Konzert" des bekannten Komponisten trugen die Blechbläser südländisch temperamentvoll vor. Mit der etwas bedächtigeren Fuge des Tonsetzers ging es in die Pause. Wobei vor dem Spiel vom Moderator die Frage aufgeworfen wurde, was eine Fuge eigentlich ist. Trompeter Martin Schädlich hatte den Duden zur Hand und fing an die Litanei vorzulesen. Doch sein Trompeterkollege Patrick Lorbach unterbrach ihn rasch."Wir spielen einfach",schlug er vor und sorgte damit für einen Lacher beim Publikum.
Jedes Instrument kam bei dem Stück einzeln zur Geltung und endete in einem harmonischen Zusammenklang der beiden Trompeter, des Posaunisten Sebastian Deimen, des Tubisten Michael Siegel und der Hornistin Kathrin Szasz.
Schwungvoll wurde das Konzert dann fortgesetzt. Die fünf Blechbläser hatten sichtlich Spaß beim Spiel der swingenden Melodien. Mit einem Gospel, eigentlich eine Trauermusik, begann Brassador. Es folgten weitere bekannte Werke. Das Wiegenlied "Mr. Sandmann" aus "Zurück in die Zukunft" fehlte dabei ebenso wenig wie "Yesterday" von den Beatles. Bei "Deep River" dominierte die Tuba, so tief wie der FLuss waren auch die Töne. Bei Jive, Dixieland und mehr zeigte das Quintett, was es kann, und entfaltete die breite Palette der Blasikinstrumente. "Goldfinger", aus dem gleichnamigen James-Bond-Film, passte das genau zum "goldenen Blech".
Die Zustimmung der Besucher ließ auch die Freude am Vortrag bei den Musikern steigen. Kaum verklang der letzte Ton, setze schon der Beifall ein. Und so kamen die Fünf auch nicht ohne Zugabe davon. Mit dem Wiegenlied von Brahms und Alexanders Ragtime Band verabschiedeten sich die Bläser von restlos begeisterten Zuhörern.
(Von unserer Redakteurin Christel Debusmann)